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Tennisclub Volksbank Wieselburg - Stadtgemeinde Wieselburg
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 DOMINIC HEJHAL HOLTE DRITTEN TITEL IN FOLGE

Vom Teilnehmerfeld her – im Besonderen bei den Herren – war es in jederlei Hinsicht nicht eines Jubiläumsturnieres würdig: Mit einem Starterfeld von 43 Spielern verzeichnete man beim 20. Allianz Kaiser Bier Open der Stadtgemeinde Wieselburg nicht nur zahlenmäßig das schlechteste Nennergebnis in der Turniergeschichte, auch die klingenden Namen, die in den Vorjahren immer wieder Einzug in die Braustadt hielten, blieben diesmal zumindest in größerer Menge aus. Nur vier Cracks aus den ersten Top 100 der aktuellen ÖTV-Rangliste fanden sich diesmal im Wieselburg zu diesem Turnierklassiker ein.

Einer der Heroes, der aber nicht durch Abwesenheit – im wesentlichen waren hierfür ein gleichzeitig stattfindendes Future-Turnier in Seefeld (Tirol) sowie die noch laufende Meisterschaft in Deutschland, wo viele österreichische Spitzenspieler noch im Einsatz sind verantwortlich – glänzte, war der Sieger der letzten beiden Jahre Dominic Hejhal (Foto unten). Dieser kommte immerhin heuer in der Bundesliga keinen geringeren als die derzeitige Nummer drei in Österreich und aktuellen ATP-Top-100-Spieler Andreas Haider-Maurer bezwingen. Durch das Fehlen etlicher gleichrangiger bzw. gleichwertiger Spieler war sein dritter Titel in Folge somit eine klassische „gmahte Wiesn“.

Der Oberösterreicher war in keiner seiner fünf gespielten Partien wirklich zu gefährden und degradierte seine Kontrahenten durchgehend zu Statisten. Nachdem er bis inklusive des Viertelfinales, wo er gegen Fabian Kostrhon die Höchststrafe (6:0, 6:0) austeilte, nur insgesamt vier Games abgeben musste, verspürte er gegen seinen Semifinal-Gegner Adnan Al-Mahmoud auch nur im zweiten Durchgang etwas Gegenwind. Letztlich entbrannte aber für den gebürtigen Rumänen bei gesamt drei gewonnen Games auch nicht mehr als nur ein Strohfeuer.

Außerhalb der hejhal’schen Wirkungskreise herrschte aber ein dichtes Gerangel um das auszuschüttende Preisgeld bzw. um die zu vergebenden ÖTV-Punkte, obwohl es die Ergebnisse beim ersten Anblick nicht verraten würden.

Speziell in der unteren Rasterhälfte blieb so manche Überraschung nicht aus. Publikumsmagnet und Lokalmatador aus Scheibbs Michael Weinberger erwischte es diesmal im Vergleich zu den letzten Jahren (im Vorjahr erreichte der Bezirkshauptstädter immerhin die Vorschlussrunde) früh: Im Achtelfinale wurde er vom Vereinskollegen Eric Chren (Foto rechts), einen vieler angereister slowakischer Legionäre unter der Führung des ehemaligen Scheibbser Vereinstrainers Kamil Kovalik, wahrlich mit 1:6 und 2:6 eliminiert. Dies war gleichzeitig der Auftakt eines Erfolgsruns des erst 18-jährigen Slowaken: Nach einem weiteren klaren Erfolg über den St. Valentiner Yannick Leitner traf er im Halbfinale auf die Nummer zwei des Turnieres Manuel Grünbeck. Auch der Waldviertler konnte den Youngster nicht stoppen. Chrens bestechende Lauf- und Beinarbeit zwang schließlich den von der Papierform her als Favoriten ins Match gegangenen Grünbeck in die Knie. Der Slowake zog mit einem 6:2- und 6:4-Erfolg ins Endspiel ein.

Im tradtionellen Schlusspunkt, den am Montag ausgetragenen Herrenfinale, blieben dann die Rollen erwartungsgemäß klar verteilt. Im kürzesten Endspiel in der Turniergeschichte ließ Favorit Hejhal in keinem Moment der Partie Zweifel aufkommen, wer am Ende den Court als Sieger verlassen wird. Zwar war das Bemühen seines Gegners Chren nicht abzusprechen, doch dieser wirkte in vielen Phasen zu steif, um gegen den Oberösterreicher etwas ausrichten zu können. Darüber hinaus war der spielerische Klassenunterschied eindeutig zu erkennen, Hejhal nutzte jede sich bietende Chance bei kürzeren Grundlinienbällen des Slowaken um diesen unter Druck zu setzen und anschließenden den Punktschlag anzubringen. Nach nur knapp etwas mehr als einer Stunde zeigte die Ergebnistafel einen glatten 6:1- und 6:1-Sieg von Hejhal an, der sich damit als erster Spieler seinen dritten Wieselburg-Titel und diese jeweils in unmittelbarer Folge (seit 2012) sichern konnte.

Von den heimischen Akteuren war beim heurigen Turnier nicht zuletzt auch aufgrund des niedrigen Cuts gleich vier Spieler im Einsatz: Als einziger überstand Harald Michalko (siehe Foto links) jedoch nur die erste Runde. Nach seinem Auftaktsieg über Dominik Freisinger bot er auch gegen den Amstettner Stefan Gatterbauer eine mehr als ansprechende Leistung. Letztlich erwies sich aber Gatterbauer um eine Spur stärker und verabschiedete somit den letzten Wieselburger Spieler im Bewerb.

Für die übrigen Wieselburger setzte es Auftaktniederlagen: Patrick Striessnig schien zwar zunächst gegen Fabian Kostrhon bei einer 4:1-Führung auf der sicheren Seite zu sein, verlor aber in der Folge völlig den Faden. Striessnig unterlag schlussendlich glatt in zwei Durchgängen. Sang- und klanglos verabschiedete sich auch Philipp Scharner in der ersten Runde gegen Yannick Leitner. Unbelohnt blieb hingegen die starke Leistung von Thomas Gerersdorfer, der sich mit dem Salzburger Daniel Farrag einen mehrstündigen harten Kampf auf hohem Niveau lieferte. Schlussendlich fehlte für Gerersdorfer nicht viel, um sein Vorjahresresultat, den Einzug ins Achtelfinale, einzustellen.

Auch in der Qualifikation agierten die Wieselburger Lokalmatadore erfolgslos. Sowohl Daniel Punz als auch Hans-Jörg Pointner sowie Roland Sedlinger scheiterten jeweils in ihrem ersten Spiel.

Während also rund um das Herrenturnier in Bezug auf die schwache Besetzung so mancher Katzenjammer herrschte, so konnte man beim Damenbewerb – der bereits 16. Start-Up Henke Trophy powered by VW Audi Pruckner – weitaus zufriedener bilanzieren. An den Start gingen heuer exakt 22 Spielerinnen, was in etwa den Vorjahren entspricht. In Abwesenheit der großen Dominatorin Daniela Kix, die dieses Turnier in den letzten 6 Jahren seit 2008 für sich entscheiden konnte, waren diesmal andere neue Gesichter am Zug.

Den Sieg holte sich die ehemalige WTA-Spitzenspielerin Katarina Kachlikova (Career-High von WTA Nr. 216). Diese war bis zum Endspiel das Pendant von Dominic Hejhal bei den Herren. Die Slowakin zog ohne Satzverlust und ohne große Mühe (dabei versetzte sich auch einmal die sog. „Brille“, im Halbfinale fertigte sie Jana Duhanova mit 6:0 und 6:0 ab) ins Finale ein.

Auf der anderen Seite ging es weniger „programmgemäß“ zu, mussten sich doch sowohl die topgesetzte Helena Nyikos als auch die an Nummer vier gesetzte Ulrike Rosenmayer vor dem Endspiel schon verabschieden und Platz machen für ein aufstrebendes Talent aus Serbien: Die erst 16-jährige Mila Masic (siehe Foto unten) überstand nicht weniger als drei Drei-Satz-Partien in Folge, darunter im Viertelfinale gegen die Nummer eins Nyikos. Auch in der Vorschlussrunde bewies das Nachwuchstalent gegen Tereza Ilavska, einem weiteren Rookie im diesjährigen Bewerb, großes Stehvermögen und sicherte sich mit einem 4:6, 6:3 und 6:2-Erfolg den zweiten Finalplatz.

Somit standen einander im Endspiel mit der 29-jährigen Kachlikova sowie mit der 16-jährigen Masic quasi zwei Tennisgenerationen gegenüber. Zu Beginn machte sich die größere Routine der älteren Slowakin bemerkbar. Kachlikova sicherte sich den ersten Durchgang ungefährdet mit 6:2. Trotz des zwischenzeitlichen Rückstandes von 0:3 und der augenscheinlich schon verlorengegangenen Partie konnte Masic ihre Anfangsmüdigkeit – bedingt durch das vorangegangene harte Semifinalmacht – abschütteln. Die Serbin übernahm spielerisch immer mehr das Kommando und schloss zur ihrer Kontrahentin auf. Das Match fing plötzlich an immer mehr hin und her zu wogen, den Zuschauern bot sich ein wahres Breakfestival. Bei 5:5 unterlief aber der jüngeren Masic der entscheidende Aufschlagverlust, Kachlikova konnte in der Folge souverän zum 7:5 ausservieren und sich ihren ersten ÖTV-Titel holen.

Wacker schlug sich auch die einzige vom Veranstalterverein angetretene Spielerin. Katja Schalkhaas bot der Oberösterreicherin Nina Pyringer in Runde eins einen tollen Kampf, hatte aber schlussendlich in drei Sätzen das Nachsehen.

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Damen-Hauptbewerb.

Herren-Qualifikation.

Herren-Hauptbewerb.