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TITEL AN DANIELA KIX & CHRISTIAN KLOIMÜLLNER

Den Wieselburger Veranstaltern präsentierte sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ein qualtitativ gut besetztes Teilnehmerfeld, wenngleich von der Anzahl her das Nennergebnis i- nsbesondere bei den Herren - unter dem Vorjahr lag. Nichtsdestotroz entschädigte die Tatsache, dass bei den Herren mehr als zehn Top 100-Spieler in der ÖTV-Rangliste (mit Christian Kloimüllner und Stefan Hirn sogar zwei Top-20-Akteure) sowie bei den Damen vier Top-20-Spielerinnen (mit Daniela Kix als Nr. 8 im ÖTV-Ranking an der Spitze) vertreten waren.

Der einzig kleine Wermutstropfen - speziell aus Sicht des TC VB Wieselburg - war das Fehlen des Wieselburger Top-Legionärs Petr Michnev, dem gute Chancen eingeräumt worden wären, zumindest ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können. Im Vorjahr kam ja der Tscheche bis ins Halbfinale und musste dort nach Führung gegen den späteren Sieger Lucas Hejhal verletzungsbedingt aufgeben.

Im Damenbewerb versuchten sich mit Katja Schalkhaas (siehe Foto re.) und Lisa Schmid heuer erstmals Spielerinnen vom Veranstalterverein. Beide scheiterten zwar schon in der ersten Runde, doch vor allem die junge Katja Schalkhaas konnte mit ihrer Gegnerin mehr als nur mithalten. Nach verlorenem ersten Satz brachte die Braustädterin Vanessa Wundsam im zweiten Set mehrmals in Verlegung. Letztlich zeigte sich aber die größere Turniererfahrung ihrer Gegnerin, was schließlich den Ausschlag für die knappe Niederlage gab.

Eine andere Spielerin, die seit diesem Jahr als neue Vereinstrainerin im Konnex mit dem TC VB Wieselburg steht, sorgte aber für Erfolgsmeldungen: Jennifer Schmidt aus Gaming, eine ehemalige internationale Top-Spielerin (Career-High von Nr. 390 im WTA-Ranking) bestritt nach langer Pause wieder ein nationales Turnier. Aufgrund ihres fehlenden ÖTV-Rankings erwischte sie jedoch von Beginn weg als ungesetzte Spielerin eine schwierige Auslosung. Nach einem klaren Auftakterfolg in Runde eins stand ihr im Achtelfinale mit Pamela Amon die frischgebackene Siegerin des Vorgängerturniers von Harland gegenüber. Doch Schmidt (Foto links unten) meisterte mit viel Kampfgeist diese Hürde trotz eines verlorenen Satzes eindrucksvoll. Souveräner blieb sie im Anschluss trotz anfänglichen Rückstandes gegen die an Nummer vier gesetzte Marion Walter (ÖTV-Nr. 19). Die Erlauftalerin stellte gegen die Oberösterreicherin ihre Klasse unter Beweis und konnte sich am Ende noch glatt in zwei Sätzen durchsetzen. Damit war für die 28-jährige der Halbfinaleinzug gesichert.

Semifinalkampf gegen Metzinger auf Biegen und Brechen

In der Vorschlussrunde bekam sie es mit der Scheibbserin Marlena Metzinger, der aktuellen Nr.  11 in Österreich zu tun. Diese Partie hielt, was sie im Vorfeld versprach, und wurde zu einem echten Knüller. Die Bezirkshauptstädterin dominierte am dieses Spiel nicht aufgrund ihres größeren Spielwitzes zu Beginn, entschied den ersten Satz für sich und lag auch schon im zweiten Durchgang mit 2:0 in Front. Doch Schmidt drehte die Partie dank ihrer noch immer hervorragenden Physis um und bekam im Verlauf dieser Begegnung immer mehr Oberwasser. Die Gamingerin egalisierte nach gewonnenem zweiten Satz einen neuerlichen Rückstand im Dritten und führte mit 4:2. Metzinger, mit ihren Kräften schon ziemlich am Ende, wehrte sich mit letzter Kraft gegen die drohende Niederlage. Beim Stande von 40:40 und 4:2 zog sich Schmidt nach einem langen Grundliniengefecht bei einem langen Schritt eine Sehnenverletzung zu. Ein Game später nach zwei gespielten Punkten war an ein Weiterspielen für Jennifer Schmidt nicht mehr zu denken. Es folgte die Aufgabe, wodurch Metzinger (Foto re.) erstmals im Wieselburger Finale stand.

Die obere Rasterhälte wurde - wie eigentlich nicht anders zu erwarten war - zu einer klaren Angelegenheit der dreifachen Wieselburgsiegerin Daniela Kix. Druckvolles Powertennis (zumeist eine Klasse schneller als ihre Konkurrenz) und präzise Grundschläge von Kix kennzeichneten wie schon in den Vorjahren ihre Partien, in denen sie bis zum Halbfinale kein einziges Game (!) abgeben musste. Erst ihre Gegnerin in der Runde der letzten vier, Isabella Reibmayr aus Tirol, konnte ihr vier abjuxen, war aber am Ende ebenso sie machtlos wie die übrigen Gegnerinnen.

 

Metzinger konnte nur im Finale im ersten Satz dagegen halten

Im Endspiel musste die Titelverteidigerin Kix erstmals Gegenwehr verspüren. Zwar startete sie souverän mit einer 4:1-Führung in dieses Endspiel, doch Marlena Metzinger kämpfte sich in die Partie dank vermehrt eingestreuter Schlagvariationen zurück und erzwang die Entscheidung des ersten Satzes im Tiebreak. In diesem hatte aber wiederum Kix das sogenannte Momentum auf ihrer Seite, im darauffolgenden zweiten Satz hatte Metzinger nicht zuletzt aufgrund einschleichender Ermüdungsserscheinungen immer weniger entgegenzusetzen. Der zweite Durchgang stand ganz im Zeichen der nunmehr vierfachen Wieselburg-Siegerin Daniela Kix (Foto links), die seit 2008 bei jedem Damenturnier in der Braustadt die Siegestrophäe holen konnte.

Lokalmatadore setzen sich ins Szene

Bei den Herren schneideten die Bezirksvertreter aus den umliegenden Vereinen beachtenswert ab. So waren drei der insgesamt vier zu vergebenden Quali-Plätze für den Hauptbewerb von Erlauftaler Spielern besetzt. Michael Kirner und Andreas Scharner (beide SU VB Purgstall) sowie Thomas Gerersdorfer vom Veranstalterverein TC VB Wieselburg (Foto re. unten) meisterten jeweils die Qualifikation. Im Hauptbewerb scheiterte das Trio jedoch - zum Teil auch knapp und etwas unglücklich - in der ersten Runde.

Ein weiters Higlight aus heimischer Sicht war der noch 15-jährige Johannes Auer aus Leonhofen. Der für die SU VB Purgstall spielende Nachwuchscrack stieß nach zwei Siegen im Hauptbewerb ins Viertelfinale vor, wo er im späteren Sieger Christian Kloimüllner seinen Meister fand. Der Scheibbser Michael Weinberger, in den letzten Jahren ein Fixabonnent für das Achtel- bzw. Viertelfinale, schied nach seinem Auftakterfolg über Michael Kirner diesmal in Runde zwei gegen einen vermeintlichen Geheimfavoriten, Mario Tupy, aus. Weinberger war gegen das famose und fehlerfreie Zaubertennis des Wieners machtlos und bekam die sogenannte Brille (0:6, 0:6). Dem Scheibbser Landesligisten waren aber noch immer die Folgen seines im Mai erlittenen Unfalles anzumerken. Insofern war es überhaupt ein kleines Wunder, dass er überhaupt schon wieder Turniertennis bestreiten konnte. In diesem Blickwinkel ist daher seine Leistung umso höher einzuschätzen. Darüber hinaus zog er mit Tupy, der später nach einem weiteren glatten Zwei-Satz-Erfolg über den für Amstetten in der Staatsliga spielenden Manuell Pröll aus Oberösterreich ins Semifinale einzog, ein undankbares Los.

Nichts zu holen war diesmal für den Titelverteidiger Lucas Hejhal. Der Oberösterreicher konnte nicht an seine Form vom Vorjahr anschließen. Schon in der ersten Runde hatte Hejhal gegen Thomas Statzberger Probleme, letzlich kam für den Vorjahressieger das Aus im Viertelfinale gegen seinen Vereinskollegen aus Steyr, Dominik Traxler.

"Brain" blies erneut zum Angriff auf den Titel

Ein weiterer Dauergast unternahm nach zweijähriger Abwesenheit seinen nächsten Anlauf auf den Turniertitel. Stefan Hirn (Foto li. unten) aus Wilhemsburg stand bislang in der Braustadt schon drei Mal im Finale und war diesmal, gestärkt durch seinen unmittelbar vorangegangenen Turniersieg in Harland, heiß auf den Siegerscheck. Der 31-jährige, unter seinen Konkurrenten der mit Abstand älteste Spieler im Feld begann das Turnier vielversprechend mit ungefährdeten Auftaktsiegen gegen Alexander Pichler und Dieter Frenzel. Auch Markus Sedletzky im Viertelfinale war kein Stolperstein, obwohl dieser Hirn einen Satz abnehmen konnte. Im Semifinale gegen Mario Tupy bot der Wilhelmsburger seine wahrscheinlich stärkste Partie, die er je in Wieselburg in den Sand gezaubert hat. Der Eliminierer von Lokalmatador Weinberger hatte gegen Hirn, der phasenweise Tennis auf einem für wenige in Österreich erreichbaren Niveau bot, nie einen Auftrag. Hirn siegte nach knapp einer Stunde überlegen mit 6:1 und 6:0.

"Wahrscheinlich hat mir aber diese Vorstellung den Titel gekostet", meinte Hirn nach Turnierende etwas kryptisch. "Es ist nicht immer gut, wenn man vor dem Finale schon eine Traumpartie hatte, 5 % weniger hätten auch gereicht, so habe ich vermutlich mein Pulver vorzeitig verschossen", so analysierte der später im Finale unterlegene Wilhelmsburger sein Turnierabschneiden.

 Im Finale war zuvor schon die Nummer eins des Turnieres Christian Kloimüllner eingezogen. Die aktuelle Nr. 14 in der ÖTV-Rangliste hatte bis einschließlich Viertelfinale kaum Mühe, im Semifinale wartete mit Dominik Traxler der erste echte Prüfstein. Im Duell zweier Grundlinienspezialisten gestaltete sich von Beginn weg eine enge Auseinandersetzung. Im ersten Satz hatte Kloimüllner noch knapp mit 7:5 die Nase vorne, ehe Traxler im zweiten Durchgang immer mehr aufkam und schließlich noch einen dritten Set erzwingen konnte. In den entscheidenden Phasen dieses Matches erwies sich aber der topgesetzte Kloimüllner als der abgebrühtere Spieler und zog somit ebenso ins Endspiel ein.

Endspiel-Klassiker ließ niemanden kalt

Was sich im Finale abspielte, ist - sowie es unter anderem der Wieselburger Sportstadtrat Peter Reiter im Rahmen seiner Rede bei der Siegerehrung ausführte - mit einem Hitchcockthriller zu vergleichen. Zugleich sahen die zahlreichen Besucher die bislang längste Finalbegegnung in der mittlerweile 16jährigen Turniergeschichte. Erst nach über knapp dreieinhalb Stunden konnte Christian Kloimüllner (Foto rechts) erleichtert die Arme in die Höhe reißen.

Beide Akteure gingen zu Beginn dieses Matches eher vorsichtig und sichtlich nervös ans Werk, etliche Aufschlagverluste waren die Folge. Christian Kloimüllner verpasste es aber, im ersten Satz beim Stand von 5:4 und 6:5 auszuservieren. Somit ging der erste Durchgang ins Tiebreak. Hirn, durch seine mentale Stärke bekannt, spielte in dieser Phase all sein Können aus sicherte sich den ersten Durchgang. Im darauffolgenden zweiten Satz war aber vorerst wieder Kloimüllner am Drücker. Hirns Taktik, vermehrt mit tiefen Rückhandslicebällen seinen Gegner ins Wanken zu bringen, fruchtete nicht mehr so wie zu Beginn. Dennoch gelang es dem an Nummer zwei gesetzten Hirn nach 1:4-Rückstand wieder in den Satz zu kommen. Aber diesmal war es Hirn, der bei zwei wichtigen Aufschlagspielen nach jeweilig zweimaliger 40:15-Führung noch gebreakt wurde. Kloimüllner schaffte den Satzausgleich und ging auch schnell im dritten Satz mit 2:0 in Führung. Doch von einer Vorentscheidung konnte keine Rede sein - im Gegenteil: Kloimüllner verkrampfte in der Folge ein wenig, während Hirn ein paar sensationelle Winnerschläge bei den Big Points auspacken konnte. Schließlich schlug "Brain" beim Stande von 5:4 erstmals auf den Match- und Turniersieg auf. "Ich glaube, in diesem Game habe ich es verabsäumt aktiver zu spielen, vielleicht hätte ich den ein oder anderen Netzangriff wagen sollen", resümierte der unterlegene Finalist die entscheidenden Szenen. Kloimüllner schaffte das Rebreak und brachte danach sein Aufschlaggame sicher zum 6:5 durch. Im letzten Game patzte dann Hirn bei einigen Sitzern am Netz, wodurch Kloimüllner relativ schnell zu drei Matchbällen kam. Den zweiten davon "verwertete" die Nummer eins - Hirn verschlug einen Vorhand-Cross ins Out. Damit waren die Träume im vierten Anlauf endlich den Sieg in Wieselburg zu holen für Hirn wieder einmal vorbei. "Aber ich gewinne Wieselburg sicherlich noch drei Mal", gab sich Hirn nach der Niederlage selbstbewusst und kündigte somit bereits einen weiteren Versuch an.

Ergebnisse:

Herren-Qualifikation

Herren-Hauptbewerb

Damen-Hauptbewerb